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  Nach 126 Jahren Namen gewechselt – Haustechnik- und Stahlhandelsfirma Stierli heisst seit Jahresbeginn Spaeter Nänikon AG    
 

Stierli: Noch prangt der Schriftzug an der Fassade des Firmengebäudes an der Grossrietstrasse 10 in Nänikon. Die Lettern künden von vergangenen Tatsachen, denn die Firma heisst seit Jahresbeginn Spaeter Nänikon AG. Bekannt ist dies aber den wenigsten in Uster. «Ich glaube, nicht einmal unsere Nachbarn wissen, dass wir den Namen geändert haben», sagt Robert Alge, Verkaufsleiter Ost beim Haustechnik- und Stahlhandelsunternehmen.

Eine der ältesten Ustermer Firmen
Seit 1884 kennt man die Firma Stierli in der Region. Sie ist eine der ältesten in Uster. Was einst als Hufeisen-, Ketten- und Nagelgeschäft begann, ist heute ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Franken, 115 Mitarbeitern und einer Lagerfläche von 15'000 Quadratmetern. Die Hälfte des Umsatzes entfällt auf die Haustechnik. Der Bereich umfasst «alles, was hinter der Hauswand steckt», wie Geschäftsführer Joel Schmid erklärt, also beispielsweise Sanitäranlagen. Die Firma beliefert jedoch auch Stahlbauer in der Region und stellt Stahlarmierungseisen her. In diesem Bereich arbeiten 25 Personen in der Produktion; diese schneiden und beugen die Eisen in die rechte Form. In erster Linie ist das Unternehmen aber im Handel tätig. Dass der Betrieb im 126. Jahr seines Bestehens den angestammten Namen aufgibt, ist die späte Folge der Übernahme durch die Basler Spaeter-Gruppe im Jahr 1991. Spaeter ist der zweitgrösste Stahlhändler der Schweiz; die Gruppe umfasst heute mehr als zehn Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 700 Millionen Franken. In den einschlägigen Kreisen waren die neuen Besitzverhältnisse allgemein bekannt, doch sah man lange Zeit keinen Grund, den traditionellen Namen zu ändern. Aber nun expandiert die Firma Richtung Bern und Basel, «und da ist der zürcherische Name Stierli ein Nachteil», sagt Schmid. Die Näniker Firma übernimmt im Bereich Haustechnik zwei Standorte der Spaeter-Gruppe in Münchenstein BL und Bern mit 18 Mitarbeitern. «Es ist das Übliche: Wir wollen unsere Kräfte bündeln, um weiter zu wachsen», sagt Schmid.

Hoffen auf eine «sanfte Landung»
Expandieren will die Firma auch angesichts des immer stärkeren Preisdrucks in der Branche. Einerseits kommt der Bauboom der vergangenen Jahre im Oberland langsam zu einem Ende. Andererseits wird der Bauwirtschaft insgesamt eine Abkühlung prognostiziert. Es ist deshalb angezeigt, neue Märkte zu erschliessen, sagt Schmid. Für das Jahr 2010 ist er noch optimistisch. «Die Haustechnik wird immer erst eingebaut, wenn der Rohbau fertig ist.» Die Entwicklung in der Branche hinke der Bautätigkeit deshalb hinterher, und diese sei noch immer robust. Stolz ist Schmid auf das Prestigeprojekt Prime Tower in Zürich West. Spaeter liefert zum Bau des mit 126 Meter höchsten Gebäudes der Schweiz den Betonstahl. Dennoch: «Es wäre blauäugig zu glauben, dass die Wirtschaftslage überhaupt nicht auf die Bauwirtschaft durchschlagen wird.» Schmid hofft auf eine «sanfte Landung» Mitte 2011, aber es seien auch düstere Szenarien denkbar.

Zwang zur Konzentration
Es ist also nicht zuletzt der wirtschaftliche Druck und der Zwang zur Konzentration, der zum Namenswechsel geführt hat. «Vor zehn Jahren hätte das noch einen Aufschrei gegeben», ist Verkaufsleiter Alge überzeugt. Heute sei das anders: «Inzwischen sind die Leute derartige Veränderungen gewohnt.»

«Man versteht industrielle Logik»
Jedoch fragen gerade ältere Kunden, die die Firma noch als Betrieb in Familienbesitz kannten, etwas genauer nach. «Aber die industrielle Logik dahinter versteht man», sagt Schmid. Schliesslich ändere sich für die Kunden in der Region nichts ausser dem Namen. «Und wir haben ja nichts Exotisches gewählt», wirft Alge ein. «Der Name beginnt noch immer mit einem S, besteht noch immer aus sieben Buchstaben, und auch das Logo ist dasselbe.» Briefkopf, Prospekte und Lastwagen werden nun laufend neu beschriftet. «Eine Sisyphusarbeit», wie Schmid sagt. Bald wird man sich bis zum Schriftzug an der Fassade vorgearbeitet haben. Dann wird der Name Stierli für immer verschwinden.

SPAETER Nänikon AG  Grossrietstrasse 10  8606 Nänikon  Telefon 044 905 56 56  Fax 044 905 56 55 naenikon@spaeter.ch